Kreisgruppe Höxter
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Nachweis eines Wolfes in Bad Driburg

11. Juni 2021 | BUND, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz, Wälder

Wolfsgebiet Senne: Junger männlicher Wolf GW2111m im Eggegebirge nachgewiesen.

Eurasischer Wolf  (bennytrapp / fotolia.de)

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigte gestern einen Wolfsnachweis im Kreis Höxter. In den Abendstunden des 07. Mai 2021 wurde ein wolfsähnliches Tier auf einer Wiese bei Bad Driburg beobachtet und gefilmt, wie es ein Reh tötete und in den Wald bei Altenbeken (Kreis Paderborn) verschleppte. Bei der Nachsuche am folgenden Tag wurde der angefressene Rehkörper gefunden und eine Abstrichprobe sichergestellt. Die genetische Untersuchung dieser Probe durch das Senckenberg Forschungsinstituts Gelnhausen hat nachgewiesen, dass hier ein junger männlicher Wolf mit der Kennung GW2111m beobachtet worden war. GW2111m stammt aus dem Rudel Scheeßel in Niedersachsen; er ist wahrscheinlich im Jahr 2020 geboren. Aktuell ist nicht bekannt, ob sich dieser Wolf weiterhin im Gebiet aufhält oder weitergezogen ist.

Durch die genetische Identifizierung dieses jungen Wolfsrüden GW2111m konnte erstmals die erfolgreiche Jungenaufzucht im Wolfsrudel Scheeßel in Niedersachsen nachgewiesen werden. Seine Mutter GW1541f stammte aus dem Rudel Babben-Wannichen in Brandenburg. Sein Vater GW1321m stammt aus dem Rudel Schneverdingen in Niedersachen und ist ein Bruder des territorialen Wolfspaares in Schermbeck im nördlichen Ruhrgebiet. Informationen über die Wolfsrudel in Deutschland sind auf der Homepage der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) zu finden: www.dbb-wolf.de/wolfsvorkommen.

Den Halterinnen und Haltern von Schafen, Ziegen und Gehegewild im Wolfsgebiet Senne und in der umgebenden Pufferzone wird empfohlen, ihre Tiere mit geeigneten Zäunen wolfsabweisend zu sichern. In den Wolfsgebieten und in den Pufferzonen werden Präventionsmaßnahmen wie die Anschaffung wolfsabweisender Elektrozäune zu 100 Prozent gefördert. Informationen zu den möglichen Förderungen geben die jeweiligen Bezirksregierungen. Fragen zum praktischen Herdenschutz beantworten die Herdenschutzberater der Landwirtschaftskammer.

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