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Kreisgruppe Höxter

Lebendige Flüsse

statt Wasserstraßen

Flüsse und Auen: Lebensadern der Natur

Flüsse und ihre natürlichen Überflutungsgebiete, die Auen, gehören zu den artenreichsten und zugleich am stärksten bedrohten Lebensräumen. Etwa zwei Drittel aller bei uns vorkommenden Lebensgemeinschaften sind hier in vielen verschiedenen, eng verzahnten Biotopen zu Hause. Sie umfassen nur etwa sieben Prozent der Landesfläche. 

Altwasser in den Donau-Auen Altwasser in den Donau-Auen  (Wolfgang Willner / BUND Naturschutz)

Der Charakter eines Flusses verändert sich auf seinem Weg von der Quelle bis zur Mündung. Dadurch entstehen verschiedene Biotope, an die sich unterschiedliche Lebensgemeinschaften angepasst haben. Noch größer als die Vielfalt im Fluss ist die an seinen Ufern. Die Kraft des Wassers, die die umgebende Landschaft formt, schafft Altarme, feuchte Senken, Kies-, Sand- und Schlammbänke sowie Steilufer und überflutet regelmäßig die Auen und artenreichen Auwälder. Pflanzen und Tiere haben sich an den ständigen Wechsel angepasst und profitieren von dem nährstoffreichen Eintrag des Sedimentes, das die Auenböden fruchtbar macht.

Eine naturbelassene Aue bietet beispielsweise durch seine Steilufer, Kiesbänke und Schilfgürtel Nistmöglichkeiten für eine Vielzahl von Vogelarten. Sie reinigt das einströmende Wasser, hält den Fluss im chemischen und biologischen Gleichgewicht und bietet darüber hinaus Nahrung und Laichstätten für Fische oder Amphibien.

Doch diese einzigartigen Ökosysteme sind in Gefahr. Die Wasserqualität hat sich in den letzten Jahren zwar erheblich gebessert, wodurch viele Fischarten wieder heimisch geworden sind. Dennoch zwängen unzählige Staustufen, Begradigungen und massenhaft Beton und Versteinungen die Flüsse in ein künstlich geschaffenes Bett, beeinträchtigen die Durchgängigkeit der Flüsse und behindern wandernde Fischarten sowie die natürliche Sedimentation der Flüsse.

Das gesamte Ökosystem wird dadurch nachhaltig verändert. Die für den Erhalt der Artenvielfalt so immens wichtigen Flussauen sind größtenteils zerstört und die Arten ihres Lebensraumes beraubt. Zusätzlich wächst dadurch die Gefahr überdimensionierter Hochwasser, da Auen beträchtliche Mengen an Wasser aufnehmen können und damit das Hochwasser abpuffern.

Renaturierungsprogramme müssen nun helfen und retten, was noch nicht irreversibel zerstört worden ist. Die Flüsse sollen wieder mehr Raum bekommen und Strukturelemente der Flussufer und Auen neu entstehen. Dadurch kann auch die natürliche Artenvielfalt der Flüsse und Auen zurückgeholt werden.

BUND-Vision für Flusslandschaften

BUND-Vision für Flusslandschaften in Deutschland BUND-Vision für Flusslandschaften in Deutschland  (BUND)

Eine Studie zur Lage und zu den Perspektiven der Flüsse und Ströme in Deutschland.

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BUND-Studie

Naturverträgliche Bau- und Unterhaltungskonzepte an Bundeswasserstraßen Naturverträgliche Bau- und Unterhaltungskonzepte an Bundeswasserstraßen

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