Kreisgruppe Höxter

Vortragsreihe Naturgarten

Die 12-teilige Vortragsreihe wird am Donnerstag, den 01. Oktober 2020 mit Baustein 7 und am Donnerstag, den 22. Oktober 2020 mit Baustein 6 fortgesetzt. Die Vorträge finden im Haus der Volkshochschule (VHS) in Höxter statt. Beginn ist um 19 Uhr.

Der Naturgarten: Leben erleben und verstehen in zwölf Bausteinen

Im Rahmen der Vorbereitung auf die geplante Landesgartenschau 2023 in Höxter und Corvey startet die Volkshochschule (VHS) Höxter - u.a. mit der BUND-Kreisgruppe Höxter als Kooperationspartner - eine zwölfteilige Veranstaltungsreihe, die Interessenten den Weg zum eigenen Naturgarten aufzeigt.

Alle 12 Bausteine (Module) sind als kommunikative Vorträge geplant, die Austausch, Ergänzungen und Diskussionen ermöglichen. Großformatige Panoramabilder, Makroaufnahmen und Streams von Originalorten erzeugen lebendige Darstellungen. Sie sollen Begeisterung für die Schönheit des Lebens, das vor der Haustür möglich ist, Verantwortung und den Wunsch „Das mache ich auch!“ erzeugen. Ein Bücher- und Materialtisch ergänzt jede Veranstaltung. Die Veranstaltungsreihe ermöglicht eine umfassende Wissensvermittlung. Die in sich abgeschlossenen Bausteine können auch einzeln besucht werden. Der Referent, Karl-Heinz Niehus, ist langjähriger Experte für Naturgärten sowie auch als Autor aktiv und in TV-Beiträgen zu sehen.

Baustein 1: Was ist anders? Was müssen wir wieder neu verstehen?

Der Naturgarten beginnt im Kopf! Doch wie Natur "funktioniert", haben wir längst verlernt. Mehr Natur vor der eigenen Haustür wünschen sich viele, doch der Einkauf von bunten Blütenstauden im Gartencenter bewirkt oft das Gegenteil. Und so zerstören wir, was wir lieben oder schützen wollen - oft ohne es zu wissen. Doch was beeinflusst uns? Was müssen wir wieder neu lernen und verstehen? Wo ist unser Handeln ein Irrtum?

Die Naturgartenidee: Ansprechende Gartengestaltungen und die Rückkehr der bunten Artenvielfalt sollen wieder möglich werden. Wie fange ich an? Wo bekomme ich welche Hilfen? Praktische Überlegungen fließen in den kommunikativen Vortrag mit ein.

Baustein 2: 40 Naturgartenelemente, die jeder nachbauen kann.

Gartenzonen: „Normal“-Standorte, Magerzonen, Schattenzonen.

Gestaltungsorte: Staudenbeete, Einfahrten, Artenschutz-, Duft- und Schattenhecken, Hausecken, Blumenwiesen, Steinbeete, Lesesteinhügel, Böschungen, Terrassenbeete, Naturwege, Nasch-Ecken, Schattengitter als Gartenraum-Teiler, Zaunränder, Minimauern, Sitzecken, Blumen- und Kräuterrasen, lebendige Bank, Solitärsteine, Methusa-Ecke, Wilde Ecken u.v.m.

Bei einem Spaziergang durch einen Naturgarten gibt es viel zu sehen und zu entdecken. Dargestellt und beschrieben werden über 60 Gestaltungsbeispiele aus den Zonen „normale“ Gartenböden, Mager- und Schattenzonen, die jeder zu Hause nachbauen kann. Die Zusammenführung von Gartengestaltung und Naturerhalt als gleichwertige Ziele wird erklärt und mit vielen Bildern dokumentiert. Herrliche Bilder des Lebens und der bunten Vielfalt der Arten lassen eine neue Gartenästhetik entstehen. Hier kann das Leben wieder leben: Bunte Falter, hübsche Bockkäfer, grazile Schwebfliegen, akrobatische Libellen, summende Wildbienen, ein entspannendes Vogelkonzert u.v.m. Der Naturgarten ist die Gartenform, die die Rückkehr solcher Lebensformen am ehesten ermöglicht.

Baustein 3b: Pläne, das Modellbeet, Beispielbeete, Pflanzenpläne

Gartenzone: Nährstoffreiche Böden, Sonne, Halbschatten.

Garten-Orte: Staudenbeete, Einfahrten, Heckenbereiche, Solitärbäume, Hausecken, Wegränder, Blumenwiesen, Böschungen, Terrassenbeete u.v.m.

Die Entscheidung ist gefallen: Ein Naturgarten oder eine kleine Naturgartenecke soll entstehen. Welche Vorüberlegungen sind wichtig? Wie kann ein Naturgarten-Gesamtplan aussehen? Welche naturnahen Gestaltungselemente passen in meinen Garten? Wie setze ich „Vielfalt“ als wichtiges Naturgartenprinzip in einem Gesamtkonzept um? Wie gestalte ich ein Staudenbeet, eine Hausecke, eine kleine Böschung, eine Hecke, Heckenfüße, eine Beerenecke u.v.m. ? Welche Pflanzen passen? Sträucher und Bäume - welche passen? Entwicklung, Entstehung und Bau einzelner Naturgartenabschnitte werden Schritt für Schritt in Bildsequenzen und Skizzen dargestellt. Kleine Filmsequenzen zeigen das beeindruckende Leben, das in den Naturgarten zurückkehren kann. – Beet-, Pflanz- und Gartenpläne, Listen, Bauanleitungen zum Mitnehmen und weiterführende Literatur stehen zur Verfügung.

Baustein 3a: 60 wertvolle Naturgartenpflanzen im Portrait und ihre Insekten

Gartenzone: "Normalböden", Sonne, Halbschatten.

Gartenzone: Staudenbeete, Einfahrten, Heckenbereiche, Solitärbäume, Hausecken, Wegränder, Blumenwiesen, Böschungen, Terrassenbeete u.v.m.

Sie möchten wieder mehr Natur in ihrer Wohnumgebung zulassen? Sie möchten die Faszination des Lebens direkt vor ihrer Haustür neu entdecken: Bunte Schmetterlinge, grazile Schwebfliegen oder akrobatische Libellen beobachten können? Wir machen uns gemeinsam auf den Weg. Heimische Pflanzen sind ein Schlüssel zu diesem Abenteuer. Der Begriff des „ökologischen Wettrüstens“ soll die tiefe Verbindung zwischen Pflanze und Insekt verdeutlichen.
Vorgestellt werden über 60 Naturgartenpflanzen, und es wird gezeigt, wer davon lebt. All diese Schönheiten können auch in Ihren Garten zurückkehren. Eine Multivisionsshow mit vielen eindrucksvollen Makroaufnahmen und Filmsequenzen aus einem Naturgarten zeigen die Farben- und Formenvielfalt des Lebens, das im Wohnumfeld möglich ist, wenn es wieder zugelassen wird. Naturgeräusche von den Originalplätzen, Ken Burns Effekte und meditaive Begleitmusik untermalen die Moderation. Ein Büchertisch mit guter Naturgartenliteratur ergänzt die Veranstaltung.

Baustein 6: Heimische Pflanzen und ihre Bedeutung für die Insekten und andere Arten

Heimische Pflanzen sind die grüne Schlagader der Natur und des Naturgartens. Doch das Angebot der Grünmärkte und Gärtnereien besteht zu 80 - 90 Prozent aus Exoten und Kreuzungen aus aller Welt. Doch können heimische Pflanzen mit den Turbozüchtungen der Gartenmärkte mithalten? Sie können, leisten mehr, viel mehr sogar! Pflanzen und Insekten: Ziemlich beste Feinde?! Wieso? Welche Pflanzen passen in meinen Garten? Welche sind indigen (heimisch), welche nicht? Woran erkenne ich das? Was heißt „heimisch“, „indigen“, „autochthon“? Was sind Archäophyten und Zeigerwerte? Hybriden (Kreuzungen), welchen Wert haben sie? Woran erkenne ich sie? Lateinische Pflanzennamen, müssen sein! Keine Sorge, schaffen wir! Vieles entdecken und verstehen wir neu. Wir werden Experten, ohne uns zu überfordern, sammeln Wissen, das Spaß macht.
Die attraktivsten Naturgartenpflanzen der Gartenzonen 1 bis 4 für den eigenen Garten. Wir bauen eine Hitliste aus Vorschlägen des Moderators und Erfahrungen der Teilnehmer. Wünsche zur Pflanzenauswahl, Vorschläge und Ideen der Teilnehmer fließen ein. Jeder kann sich so seine eigene Pflanzenwunschliste erstellen.

Baustein 7: Insekten, ihre Bedeutung und Ursachen des Verschwindens

Insektensterben: „Endlich weg, die Plagegeister!“ oder „Ohne sie läuft nichts!“ Wir schauen genau hin. „Insekten, Planetenstars auf sechs Beinen!“ Stimmt das? Oder mal wieder eine maßlose Übertreibung von Ökos und Besserwissern? Manche behaupten, Insekten seien schön; andere greifen lieber zur Giftspritze, um die lästigen Krabbler loszuwerden. Wir begeben uns auf eine Exkursion des Wissens: Uns begegnen unvermutete, unbequeme Wirklichkeiten. Wir lernen eine Artenklasse kennen, die uns mit raffinierten Strategien, ausgeklügelten Lebensformen und unersetzbaren Funktionen überrascht.

Und trotzdem: Wir schaffen sie ab! Aber: „Ohne sie läuft nichts!?“ Was, wenn das stimmt? Ist unser Handeln kurzfristig? Eine Welt ohne Insekten: Was hätte das für Folgen? Ein gewagtes Einmal-Experiment ohne Umkehrmöglichkeit? Müssen wir gegensteuern? Und wie? Und wo? Borende Fragen drängen sich uns auf. - Insekten: Wirklich so wichtig? Sie sind es! Und: Um-Handeln ist notwendig! Erkenntnis allein reicht nicht aus! Machen Sie sich ein eigenes Bild! An den Begriffen „Mimikry“ und „ökologisches Wettrüsten“ verdeutlichen wir uns die tiefen, oft übersehenen und unverstandenen Beziehungen zwischen Insekten und Pflanzen, verstehen aber auch die Empfindlichkeit dieser Systeme.

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