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Kreisgruppe Höxter

Schildkröten

Weltweit werden rund 340 Schildkröten-Arten unterschieden. In Deutschland ist nur eine Art heimisch, die Europäische Sumpfschildkröte.

Schildkröten im Kreis Höxter

Europäische Sumpfschildkröte Europäische Sumpfschildkröte  (W. Simlinger / www.simi.at)

Weltweit werden rund 340 Schildkröten-Arten mit über 200 Unterarten unterschieden. Sie besiedeln die unterschiedlichsten Biotope und ökologischen Nischen. In Deutschland gibt es nur eine einzige heimische Art, die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis). Die letzten Nachweise dieser Art im Kreis Höxter stammen aus den 70-er Jahren aus dem Bereich der Weseraue nahe Höxter. Unklar ist, ob es sich hierbei (noch) um autochthone Vorkommen handelt(e).

Ihr Panzer ist 15 bis 20 cm lang, dunkelbraun mit gelben Punkten und Strichen, auch Kopf und Beine sind gelb punktiert. Die Tiere können bis zu 100 Jahre alt werden. Sie bewohnen krautreiche Gewässer, Altarme oder Seen mit schlammigem Untergrund und jagen am Gewässergrund nach Kleintieren, z.B. kleinen Fischen oder Fröschen.

Die Europäische Sumpfschildkröte hat eine traurige Geschichte: Noch im 19. Jahrhundert konnte man sie recht häufig antreffen. Als Fastenspeise sehr beliebt, wurde ihr Bestand jedoch in kurzer Zeit fast vollständig vernichtet. Auch ihr Lebensraum ist zusehends bedroht: Die Trockenlegung von Sümpfen und Feuchtgebieten, Gewässerkorrekturen, die Zersiedelung der Landschaft und die Zerstörung der Eiablageplätze ließen die Bestände schrumpfen.

Weibliche Tiere fallen zudem auf ihren Wanderungen zu geeigneten Eiablageplätzen nicht selten dem Straßenverkehr zum Opfer. Auch in den Reusen von Anglern oder Fischern verfangen sich die Tiere gelegentlich und ertrinken. So kommt es, dass die Europäische Sumpfschildkröte nicht nur aus unserer Landschaft, sondern auch aus unserem Bewusstsein inzwischen fast vollständig verschwunden ist. In Deutschland gibt es nur noch wenige Restbestände. Die Tiere stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten als „vom Aussterben bedroht“.

Gelegentlich erreichen uns Meldungen von Beobachtungen von Schildkröten aus Kiesgruben oder Teichen. Hierbei handelt es sich um importierte oder gezüchtete Tiere, die von Hobbyhaltern ausgesetzt wurden. Viele dieser Arten, wie z.B. die Rotwangen-Schmuckschildkröte, werden im Laufe ihres Lebens nämlich so groß (> 25 cm), dass sie einem Terrarium entwachsen. Ein solches Aussetzen von Schildkröten ist nicht erlaubt. 

Herpetofauna NRW

Handbuch der Amphibien und Reptilien Nordrhein-Westfalens AK Amphibien und Reptilien NRW (Hrsg.)

Mit dem "Handbuch der Amphibien und Reptilien Nordrhein-Westfalens" wurde 2011 ein erster umfassender Überblick über alle in NRW vorkommenden Lurch- und Kriechtierarten vorgelegt. 

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Broschüre: Wie hilft man einem Lurch?

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