Kreisgruppe Höxter

Laubsauger und Laubbläser schaden Mensch und Natur

05. Oktober 2020 | BUND, Bäume, Lebensräume, Naturschutz, Schmetterlinge, Wildbienen

BUND appelliert an Städte und Gemeinden diese Gartengeräte nicht mehr einzusetzen.

Laubbläser und Laubsauger schaden Mensch und Natur  (Cbaile19 / wikimedia commons / CC0)

Kaum fällt das Herbstlaub, lärmen an Straßen, in Parks und Gärten wieder die Laubsauger und Laubbläser. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) weist darauf hin, dass diese Gartengeräte Umwelt und Gesundheit durch Lärm und Schadstoffe schädigen und den Naturhaushalt stören. Deshalb appelliert der BUND an Städte und Gemeinden, aber auch an Bürgerinnen und Bürger, diese Geräte nicht mehr zu verwenden. Stattdessen sollte das Laub unter Büschen und auf Beeten liegen bleiben, und, wo nötig, Harke und Rechen zur Laubbeseitigung eingesetzt werden.

Die Geräte verursachen einen Lärm von über 100 Dezibel, was ungefähr so laut ist wie ein Presslufthammer. Das schädigt nicht nur die Gesundheit der Benutzer selbst, sondern auch die der Anwohner. Denn schon ab einem Lärmpegel von 85 Dezibel kann es bei Dauerbelastungen zu Hörschäden kommen. Laubbläser und -sauger, die von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden, stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. Auch die Bodenbiologie wird durch diese Geräte gravierend beeinträchtigt. Die lauten Ordnungshalter saugen mit den welken Blättern auch Kleintiere wie Spinnen, Würmer, Insekten und Amphibien auf, häckseln und töten sie dabei. Außerdem zerstören sie Pflanzensamen. Da die abgesaugten oder mit einer Luftgeschwindigkeit von bis zu 220 km/h weggeblasenen Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotten, werde außerdem die Humus- und Nährstoffbildung behindert. Die am Boden lebenden Kleintiere wie Würmer, Insekten, Spinnen und Kleinsäuger verlieren Nahrung und Lebensraum, und der Boden wird der Deckschicht beraubt, die ihn vor Austrocknung und bei extremer Kälte schützt. Selbstverständlich muss aus Sicherheitsgründen das Laub von Gehwegen und Straßen entfernt werden. Und auch auf Rasenflächen ist die Laubbeseitigung sinnvoll, um den Rasen nicht zu schädigen. Wir beobachten aber immer wieder, dass Beete, aber auch Bereiche unter Büschen geradezu klinisch rein gepustet werden. Angesichts der damit einhergehenden Schäden ist das schlicht und ergreifend überflüssig.  

Der BUND empfiehlt daher, bei der Laubbeseitigung zu Rechen und Harke zu greifen, die ganz ohne schädliche Emissionen auskommen. Das welke Laub sollte am besten auf Beete und unter Gehölzen verteilt werden. Dort verrottet es während des Winters langsam und schützt sowohl den Boden als auch Kleintiere. Im Frühjahr kann es dort dann als natürlicher Dünger in den Boden eingearbeitet werden. Dass es auch ohne Laubsauger und Laubbläser geht, zeigt übrigens die österreichische Stadt Graz, die bereits zum 01. Oktober 2014 die Nutzung von Laubsaugern und Laubbläsern verboten hat. Dort darf nur noch mit Harke und Rechen gekehrt werden.

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb