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Kreistag Höxter verkennt die Chancen eines Nationalparks Egge

06. Oktober 2023 | BUND, Bäume, Lebensräume, Naturschutz, Wälder, Wildkatze, Wildnis

Bezirkskonferenz Naturschutz OWL: Nationalpark Egge geht auch ohne den Kreis Höxter.

Nationalpark Egge: Natur schützen. Wildnis erleben. Nationalpark Egge: Natur schützen. Wildnis erleben.  (egge-nationalpark.de)

Mit Kopfschütteln haben die in der Bezirkskonferenz Naturschutz OWL zusammengeschlossenen Vereinigungen den Beschluss des Kreistags Höxter zur Kenntnis
genommen, am Beteiligungs- und Informationsverfahren zur Findung eines zweiten NRW- Nationalparks nicht teilzunehmen. „Wie kann man über so ein wichtiges Leuchtturmprojekt für die Region entscheiden, bevor alle Informationen und Argumente auf dem Tisch liegen? Haben einige Parteien und Interessengruppen berechtigte Furcht vor einem Fakten-Check, nachdem über Wochen demagogische Falschinformationen von Nationalparkgegnern verbreitet wurden?“ meint Karsten Otte, Sprecher der Bezirkskonferenz.

Der Prozess zur Findung eines 2. NRW-Nationalparks wird nun ohne den Kreis Höxter weitergehen. Das heißt aber nicht, dass die Egge damit aus dem Spiel ist. Auch ohne Höxter erfüllt die übrige Staatswald-Kulisse nicht nur die Kriterien des Bundesnaturschutzgesetzes, auch eine Flächengröße von über 10000 ha ist weiterhin möglich. Nur würden im Falle einer Realisierung die Vorteile eines Nationalparks wie Infopunkte, Nationalparktore, touristische Förderung dann nicht im Kreis Höxter liegen, es sei denn man überlegt es sich im Kreistag bis zum Ende des Antragsverfahrens anders. „Alle 16 Nationalparks in Deutschland haben bislang einen ökologischen und touristischen Mehrwert erzeugt. Daher wäre der Nationalpark in der Egge eine ideale Ergänzung zu den touristischen Highlights im Kulturland Kreis Höxter und umliegenden Gebieten“, so Otte weiter.

NRW steht in Sachen Naturschutz schwer im Obligo: weit entfernt von der weltweit anläßlich der CBD in Montreal erhobenen Forderung nach 30% Schutzgebieten für die Natur, aber auch heftig im Defizit zu nationalen Anforderungen wie dem Nutzungsverzicht auf 2% der Landesfläche (Biodiversitätsstrategie des Bundes), einmal abgesehen von der völlig unzureichenden Umsetzung der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, wie der EU-Gerichtshof kürzlich festgestellt hat. Auf diesem Hintergrund und den fortlaufenden Artenschwund vor Augen ist völlig klar, dass dieses Land mehr Naturschutz in großen, zusammenhängenden ökologisch wertvollen Gebieten wie dem Eggegebirge benötigt. Sollten im Kreistag Höxter trotzige Überlegungen eine Rolle spielen, sich „von Düsseldorf nach der Windkraft nicht auch noch einen Nationalpark aufdrücken zu lassen“, kann dies nur als abwegig bezeichnet werden.

Im Übrigen: Wer keine Windkraft auf den Kämmen des Eggegebirges haben möchte, sollte überlegen sich vielleicht doch mit einem Nationalpark Egge anzufreunden. Der Kreistag in Höxter sollte hier nicht das letzte Wort haben!

Quelle: Pressemitteilung Bezirkskonferenz Naturschutz in OWL vom 06.10.2023.

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