Glas, der unsichtbare Tod für Vögel

27. Januar 2016 | BUND, Lebensräume, Naturschutz

Dr. Judith Förster stellt landesweites BUND-Projekt in Höxter vor

Dr. Judith Förster stellt das landesweite BUND-Projekt "Vogelschlag an Glas" in Höxter vor Dr. Judith Förster stellt das landesweite BUND-Projekt "Vogelschlag an Glas" in Höxter vor  (H.-D. Mitzka / BUND)

Aus Anlass unserer Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 27. Januar 2016 in Höxter berichtete Frau Dr. Judith Förster in einem interessanten Vortrag, welche Gefahr Glas für Vögel bedeutet: 250.000 - so viele Vögel verenden täglich nach Schätzungen etwa in Europa durch den Aufprall an Glas. Entweder sterben sie direkt oder aber später an den inneren Verletzungen, die sie sich durch den Aufprall zugezogen haben.

Vögel können so wie wir Menschen, Glas als solches nicht erkennen. Sie steuern attraktive Ziele an, die sie durch eine Glasscheibe sehen. Auch Spiegelungen stellen eine große Gefahr dar, wie beispielsweise ein im Glas spiegelnder Baum. Doch es gibt wirksame, sichtbare Muster, die großflächig auf dem Glas auch für Vögel ein Hindernis darstellen und so den Vogeltod vermeiden. Dabei gilt unter anderem die Handflächenregel, welche beschreibt, dass Strukturen nur ein Hindernis sind, wenn sie höchstens eine Handbreite voneinander entfernt sind.

Viele Menschen denken noch, dass das Aufkleben von Vogelsilhouetten Abhilfe schaffen kann. Doch so wie sie allgemein genutzt werden, ist das nicht richtig. Ein Vogel würde das Hindernis als solches erst erkennen, wenn gleich mehrere Aufkleber mit einem Abstand von nur einer Handbreite auf dem Glas zu sehen wären, was bisher nicht der Fall ist. Auch UV-reflektierende Muster sind nicht ausreichend wirksam, da es eine Reihe von Vogelarten gibt, die kein UV-Licht sehen können.

Das landesweite BUND-Projekt "Vermeidung von Vogelschlag an Glas", welches von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW gefördert wird, möchte über das unterschätzte Problem aufklären und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Dabei stehen vor allem die "Entscheider", wie Architeckten, Bauherren, Gebäudebesitzer und Behörden als Ansprechpartner im Fokus.

Dabei kann jeder mithelfen: Melden Sie Vogelschlag-Opfer zum Beispiel in unserem online-Fundmelder. So wird einem Eigentümer aufgezeigt werden, dass ein Gebäude eine Gefahr für Vögel darstellt und dieser kann leichter zum Nachrüsten motiviert werden.

Die anschließende Diskussionsrunde zeigte ein breitgefächertes Publikum, von interessierten bis themenfremden Bürgern bis hin zu Architekten. Den meisten Zuhörern waren die Ausmaße der Gefahr dabei bisher nicht bewusst.

Mehr Informationen: www.vogelsicherheit-an-glas.de.

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