Kreisgruppe Höxter
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Aufbruchsstimmung an der Oberweser

08. Mai 2023 | BUND, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz, Wälder

BUND startet länderübergreifendes Projekt „Blaues Band" für mehr Flussnatur.

Blick vom Weinberg Rühle auf Pegestort und Rühle Blick vom Weinberg Rühle auf Pegestort und Rühle  (BUND)

Die Oberweser und ihre Auen sollen wieder naturnah werden. Dafür startet der BUND Niedersachsen das neue länderübergreifende Projekt „Blaues Band Oberweser: Potentiale erkennen, Maßnahmen initiieren“. Schritt für Schritt wird der Umweltverband mit seinen Partnern vor Ort bis 2035 wertvolle Lebensräume an der Oberweser wiederbeleben und attraktive Erholungsräume schaffen. Gefördert wird das Projekt durch das Programm „Blaues Band Deutschland“ vom Bundesumweltministerium. Den Auftakt bildete die heutige Veranstaltung in Höxter.

Tonja Mannstedt, BUND-Geschäftsführerin: „An der Oberweser gibt es kaum noch Auwälder. Es fehlt an artenreichen großflächigen Grünlandbereichen sowie naturnahen Stillgewässern, Flutrinnen und Uferabschnitten. Die Oberweser steht damit stellvertretend für die meisten Flüsse Deutschlands. Das wollen wir mit dem Blauen Band-Projekt ändern. Auf vielen Nebenwasserstraßen wird kaum noch Fracht transportiert. Hier soll die Natur wieder zum Leben erweckt werden, zudem sollen attraktive Orte für Freizeit und Erholung entstehen.“ Intakte Auen erfüllen wichtige Funktionen: Wie ein Schwamm nehmen sie das Wasser und geben es bei Trockenheit wieder an die Umgebung ab. Sie binden Kohlenstoff besonders gut und bieten vielen seltenen und gefährdeten Tier- sowie Pflanzenarten einen Lebensraum.

Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN): „Auen sind einer der artenreichsten, aber auch gefährdetsten Lebensräume Deutschlands. Darüber hinaus sind naturnahe Flüsse und Auen aber auch von hohem gesellschaftlichem Nutzen: Gewässer- und Auenrenaturierungen, wie sie jetzt länderübergreifend an der Oberweser geplant werden, können den natürlichen Wasserrückhalt in der Fläche verbessern und bieten zugleich attraktive Erholungsräume. Deshalb muss es unser gemeinsames Anliegen sein, diese Lebensräume langfristig naturnah zu entwickeln und zu erhalten - nicht nur an der Oberweser. Dabei wird der Bund den Akteuren vor Ort mit dem Förderprogramm Auen langfristig als verlässlicher Partner zur Seite stehen.“

Der BUND setzt sich seit vielen Jahren für den Gewässerschutz ein und hat sich 2015 mit weiteren Partner*innen im "Initiativkreis Oberweser" zusammengeschlossen, aus dem das Projekt hervorgegangen ist. In einer zweijährigen Voruntersuchung nehmen BUND und Fachplaner*innen die rund 200 Flusskilometer zwischen Hannoversch Münden und Minden unter die Lupe. „Wir werden alle Projektideen zur Revitalisierung der Oberweser analysieren und bündeln“, erklärt BUND-Projektleiter Manuel Nerhoff. „Im Austausch mit den beteiligten Kommunen, Landkreisen und weiteren Partner*innen entwickeln wir dann ein umsetzungsreifes Gesamtkonzept.“ Während der Auftaktveranstaltung haben sich die Initiatoren des Projektes aus den beteiligten Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen auf das weitere Vorgehen geeinigt. Wichtig war allen Anwesenden in den zukünftigen Arbeitstreffen die  unterschiedlichen Interessensgruppen am Fluss wie Landwirt*innen, Vertreter*innen der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung oder aus dem Tourismus zu involvieren, um eine ganzheitliche Sichtweise zu erhalten.

In der geplanten Hauptphase von 2025 bis 2035 will der BUND die entwickelten Naturschutzmaßnahmen an der Oberweser umsetzen. Zukünftig sollen an der Oberweser dann wieder vermehrt Flussuferläufer übers Wasser flitzen und Prachtlibellen durchs Schilf fliegen. Die Flussnatur soll Anwohner*innen und Besucher*innen begeistern und Erholung bieten. Die Oberweser wird damit Teil des Blauen Bandes, einem Verbund an vielfältigen auentypischen Lebensräumen entlang unserer Wasserstraßen in Deutschland.

Mehr Informationen: www.bfn.de/mehr-flussnatur-der-oberweser-voruntersuchung-gestartet.

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