Rund um Schloss Corvey der Natur auf der Spur
(BUND Höxter)
Im Rahmen des Ferienprogamms "FerienZeit" waren wir heute mit zwölf Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren in der Weseraue "Rund um Schloss Corvey der Natur auf der Spur" um die heimische Artenvielfalt kennenzulernen. Treffpunkt war der Domänenhof. Unter der Leitung von Dr. Beate Storkebaum, Barbara Draesner und dem Umweltbildner des BUND, dem Diplom-Landschaftsökologen Hanns-Dieter Mitzka, starteten wir kurz nach 11 Uhr. Ausgerüstet mit zwei Bollerwagen, in denen Kescher, Siebe und allerlei Behälter zum kurzfristigen Aufbewahren von Tieren verstaut waren, überquerten wir zunächst den Domänenhof.
Anschließend liefen wir über die Wiesen vor dem Schloss. Hier beobachteten wir die ersten Tiere, Mehlschwalben auf der Jagd nach Insekten. Weiter ging es an der Schelpe vorbei, die hier durch das Schlossgelände fließt, am Haupteingang des Schlosses vorbei, zu unserer ersten Station, einem kleinen Wasserlauf an der Schlossmauer, der vom Wasser der Schelpe gespeist wird.
Hier schwärmten die Kinder aus, um selbstständig Tiere einzufangen. Die Gruppe mit den weißen Keschern kescherten nach Fluginsekten, die mit den schwarzen Keschern untersuchten den Wasserlauf und kescherten dort. Alle Fänge wurden an einem zentralen Ort gesammelt. Dazu dienten die verschiedenen, in den Bollerwagen transportierten Behälter wie Drosophila-Gläser, Becherlupen, Weißschalen usw., dem kurzfristigen Aufbewahren der gefangenen Tiere, um die Arten bestimmen, erläutern und allen Kindern dann zeigen zu können. Hier "erbeuteten" wir verschiedene Schmetterlinge, z. B. unterschiedliche Zünsler (Kleinschmetterlinge), eine Große Pechlibelle, Garten- und Dunkle Erdhummeln, verschiedene Fliegenarten, verschiedene Bock, Weich- und Laufkäfer, Baum- und Blattwanzen, Weberknechte, eine juvenile Erdkröte, Spinnen, Asseln, Ameisen, mehrere Gemeine Grashüpfer und eine Gewöhnliche Strauchschrecke (Heuschrecken). Im Wasser: Wasserskorpion, Erbsenmuscheln, Spitzschlamm- und Tellerschnecken u.v.a.m.
Anschließend setzte leichter Regen ein und wir waren erst einmal damit beschäftigt uns so gut wie möglich vor dem Regen zu schützen. Weiter ging es auf einem unbefestigten Feldweg am Schlossgraben entlang in Richtung Dreizehnlinden-Denkmal. Auf dem Weg dahin erkescherten die Kinder u.a. verschiedene Schmetterlinge, mehrere Grünaderweißlinge, auch Rapsweißling genannt, einen Kleinen Kohlweißling und einen Schornsteinfeger, auch Brauner Waldvogel genannt. Die deutschen Namen einiger Tagfalterarten sind nicht immer eindeutig und je nach Bestimmungsbuch unterschiedlich.
Am Dreizehnlinden-Denkmal angekommen, machten wir Rast und verzehrten unsere mitgebrachte Verpflegung. Einige Kinder beschäftigten sich auch hier mit der Suche nach weiteren Tieren. Wir folgten dann dem Weserradweg an der Schlossmauer entlang durch die Platanenallee. Auf den Radweg fanden die Kinder dann eine plattgefahrene Erdkröte. Sie wurde wahrscheinlich von einem Auto überfahren. Hanns-Dieter erläuterte anhand der toten Kröte den Unterschied zwischen Kröten und Fröschen und wie man sie erkennt. Weiter ging es auf dem Weserradweg durch die Platanen-Allee, am Schiffsanleger der "Fotte Weser" vorbei, unter der Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Altenbeken- Kreiensen hindurch in Richtung der historischen, über 200 Jahre alten Eichenallee in Richtung Weserbogen weiter. Auf dem Weg dorthin endeckten die Kinder am Wegrand weitere Tagfalter und versuchten die Tiere auf den angrenzenden Wiesen und Weiden einzufangen, die dann auch gleich vor Ort bestimmt, besprochen und allen anderen Kindern gezeigt wurden.
Unser Ziel war eine Kiesbank am Weserufer im Corveyer Weserbogen, wo wir weitere Tiere beobachteten und einfingen. Dort kescherten wir wieder nach Insekten, einige siebten und suchten im Kies nach Tieren. Hier fanden wir u.a. verschiedene Kleinkrebse, Tiger-Bachflohkrebse, Mückenlarven Schalen von Teich- und Kugelmuscheln, Blasen- und Spitzschlammschnecken, verschiedene Käferarten, Ameisen u.v.a.m. In der Weser erkescherten die Kinder auch einige Jungfische, Weißfische, die man erst genau bestimmen kann, wenn sie älter sind. Zum Baden war es in diesem Jahr leider zu kalt und zu wenig Sonne. Anschließend ging es auf dem Weserradweg durch die historische Eichenallee zurück zum Ausgangspunkt und waren gegen 14 Uhr wieder auf dem Domänenhof von Schloss Corvey.
Einige Eindrücke von unserer Exkursion