40 Jahre Tschernobyl
(Reznik89
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Am 26. April 1986 explodierte das Atomkraftwerk (AKW) Tschernobyl in der Ukraine. Über 300.000 Menschen verloren ihre Heimat, Tausende wurden verstrahlt, viele starben. Trotz dieser Katastrophe, sowie des Reaktorunglücks von Fukushima vor 15 Jahren, sprechen deutsche Politiker*innen, insbesondere der Union, immer wieder von Wiedereinstieg oder AKW-Wiederinbetriebnahme.
Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Die Tschernobyl-Katastrophe war ein brutaler Einschnitt in das Leben vieler Menschen und sie wirkt bis heute nach. Vor dem Hintergrund des enormen Gefahrenpotentials ist es grotesk, dass über neue Atomprojekte diskutiert wird. Die Technologie ist und bleibt hochgefährlich.“
Worüber die politische Scheindebatte aus Sicht des BUND nicht hinwegtäuschen darf: Es gibt keine sicheren, günstigen oder ‚kleinen‘ Reaktoren. Auch die deutschen AKW können nicht einfach wieder angeschaltet werden.
Bandt: „Die Union verschwendet mit der Atomkraft-Scheindebatte unnötig Zeit und Ressourcen. Söder, Spahn und Co. lenken von dem ab, was ökonomisch sinnvoll ist und zum Wohl von Mensch und Umwelt notwendig: dem naturverträgliche Ausbau Erneuerbarer Energien. Die Energiewende ist eine deutsche Erfolgsgeschichte, die es gilt fortzuschreiben.“
Vor 20 Jahren betrug der Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung etwa 12 Prozent, heute sind es bereits 60 Prozent. Neue Atomprojekte behindern den weiteren Zubau, binden Gelder und halten die EU in Abhängigkeit. So auch die geplante Erweiterung der Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen. Der französische Betreiber will dort durch eine Unternehmenskooperation mit dem russischen Staatskonzern Rosatom auch Brennelemente sowjetischen Typs herstellen.
Bandt: „Während in der Ukraine das AKW Saporischschja in Geiselhaft genommen wird, duldet die deutsche Bundesregierung, dass die gleichen Leute auf deutschem Boden Brennelemente für sowjetische AKW herstellen. So wird von deutschem Boden aus die russische Kriegskasse mitfinanziert und die EU bleibt weiter vom nuklearen Tropf Russlands abhängig. Die Bundesregierung muss dieses Projekt stoppen und die Urananlagen in Lingen und Gronau endlich schließen.“
Mehr Informationen: Atomkraft in Deutschland.