Kreisgruppe Höxter

Schwalben - gesellige Flugakrobaten

Rund 80 Schwalbenarten gibt es weltweit, in Mitteleuropa leben vier. Drei davon kommen auch im Weserbergland und im Kreis Höxter vor.

Schwalben gehören zur artenreichen Familie der Sperlingsvögel, der Unterordnung Singvögel. Bei uns gibt es drei Arten: Mehl-, Rauch- und Uferschwalbe. Sie sind Zugvögel, die sich von Fluginsekten ernähren. Da im Winter das Aufkommen an Fluginsekten in Nord- und Mitteleuropa vermindert ist, verbringen sie diese Zeit in Zentral- und Südafrika. Ab Ende März bis Mitte Mai kehren sie zurück.

Mehlschwalbe

Mehlschwalbe Mehlschwalbe  (Ómar Runólfsson / wikimedia commons / CC BY 2.0)

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) - auch Stadtschwalbe genannt - ist bei uns und im Weserbergland weit verbreitet. Charakteristisch ist der weiße Bürzel, den keine andere Schwalbenart hat.

Ursprünglich handelt es sich um Brutvögel, die an senkrechten Felswänden brüten. Solche Brutstellen gibt es bis heute. Mehlschwalben besiedeln Gebiete mit niedriger Vegetation und Gewässern, um geeignetes Nistmaterial zu finden. Auch in den Überwinterungsgebieten nutzen sie offene Landschaften. 

Mehlschwalben sind Koloniebrüter. Ihre Nester sind oft so dicht gebaut, dass sie sich an der Basis berühren. Die Kolonie besteht meist aus 4-5 Nestern. Sie werden an senkrechten Wänden unter natürlichen und künstlichen Überhängen wie Felsvorsprüngen, Dachtraufen, Dachrändern, Brücken oder Toreinfahrten gebaut. Voraussetzung ist, dass der zum Nestbau verwendete Lehm unmittelbar an der Nistwand haftet. Selten in Gebäuden. Das entstehende Nest wird auch von anderen Vogelarten als Nistplatz genutzt. Haussperlinge (Spatzen) zum Beispiel versuchen regelmäßig solche Nester zu erobern. Besonders geschützte Art.

Rauchschwalbe

Rauchschwalbe Rauchschwalbe  (Charles J Sharp / wikimedia commons / CC BY-SA 4.0)

Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) - auch Hausschwalbe genannt - ist bei uns und im Weserbergland weit verbreitet. Charakteristisch ist der tiefgegabelte und lange Schwanz und die kastanienbraune Farbe der Kehle.

Rauchschwalben besiedeln offene Landschaften mit Grünland und Gewässern. Die offenen, schalenförmigen Nester werden aus Schlammklümpchen und Stroh gebaut. Sie finden sich an Mauervorsprüngen, Balken in Ställen oder Scheunen und anderen offenen Innenräumen. Die Nester werden immer wieder genutzt. Interessant ist, dass die älteren Jungen bei der Fütterung der zweiten Brut helfen. Sie sind exellente Flieger. Ihnen reicht zum Verlassen eines Gebäudes ein Fenster in Kippstellung. Auch ihren deutschen Namen verdanken sie ihren Flugkünsten. In früheren Jahrhunderten flogen sie vielfach durch die Öffnungen im Giebel ein und aus, durch die auch der Rauch des Herdfeuers abzog. So erhielten sie den Namen Rauchschwalben. Gefährdete Art.

Uferschwalbe

Uferschwalbe Uferschwalbe  (Alon Vernon / wikimedia commons / CC BY 2.0)

Die Uferschwalbe (Riparia riparia) ist mit 12-13 cm Länge die kleinste und seltenste Schwalbe. Die Tiere sind sehr gesellig und schließen sich zu Trupps und Schwärmen zusammen.

Uferschwalben benötigen zur Anlage ihrer Bruthöhlen lehmige oder festsandige Steilufer und Abbruchkanten. Zur Brutzeit besiedeln sie Flussufer, Küsten oder als Ersatzlebensräume Lehm- und Kiesgruben. Aufgrund ihrer Nistplatzansprüche, den Bedingungen in den Überwinterungsgebieten und der dichten menschlichen Besiedlung ist die Art mittlerweile sehr lückenhaft verbreitet und nur unregelmäßig als Brutvogel zu beobachten; z.B. an Kiesgruben enlang der Weser oder am Unterlauf von Diemel und Nethe. Streng geschützte Art.

Bildergalerie: Schwalben

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