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Kreisgruppe Höxter

Die Zwerglibelle ist die Libelle des Jahres 2018

Zwerglibelle, Männchen Zwerglibelle, Männchen  (Michael Post / GdO)

Der BUND und die Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen (GdO) haben die Zwerglibelle (Nehalennia speciosa) zur „Libelle des Jahres 2018“ gekürt. Der Umweltverband und die Libellenkundler geben damit zum siebten Mal in Folge die „Libelle des Jahres“  bekannt, um auf die Vielfalt der Arten und ihre Bedrohung aufmerksam zu machen. Von den 81 heimischen Libellenarten stehen knapp die Hälfte auf der Roten Liste.

Mit nur 26 mm Körperlänge ist die Zwerglibelle die kleinste unter den heimischen Libellen. Sie steht stellvertretend für eine Gruppe von Libellenarten, die extrem selten und an spezielle Lebensräume in Mooren gebunden sind. Als Art, die in der europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtinie aufgelistet ist, steht die Libelle des Jahres 2018 unter einem besonderen rechtlichen Schutz. Die EU-Mitgliedstaaten müssen Schutzgebiete für sie ausweisen. Die Zwerglibelle ist in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Dies hat weniger mit ihrer geringen Körpergröße zu tun, sondern liegt an ihren oft sehr begrenzten Lebensräumen, die zudem oftmals in Schutzgebieten liegen und öffentlich nicht zugänglich sind.

Neben der natürlichen Seltenheit verschärft sich die Situation der Zwerglibelle – und ökologisch verwandten Arten – durch eine Gefährdung ihrer Lebensräume. Faktoren wie der Klimawandel und der Eintrag von Schadstoffen in die Umwelt führen zu einem immer weiteren Schrumpfen der Populationen. Diese Libelle ist an spezielle Pflanzen und Vegetationseinheiten gebunden, die im Falle einer Überdüngung verloren gehen, da sie von nährstoffliebenden Pflanzen verdrängt werden können.

Obwohl Libellenkundler schon viel über die Lebensweise der Zwerglibelle wissen, gibt die Art immer noch Rätsel auf. Oft sind ihre Populationen auf sehr kleine Flächen begrenzt, da die Art an spezielle Lebensräume gebunden ist. Obwohl die Vorkommen insgesamt nur wenige Individuen umfassen, können sie sehr stabil sein und über Jahre Bestand haben. Es stellt sich immer noch die Frage, ob und wie die zierliche Art neue Standorte besiedelt. Auf Grundlage historischen Datenmaterials kann der Rückgang der Zwerglibelle nachwiesen werden. Gleichzeitig kommt es erfreulicher Weise immer noch zu Neu- oder Wiederfunden, wie ein Beispiel in Sachsen vor wenigen Jahren zeigt. Es ist für uns alle daher sehr wichtig, dass es breitere Feldforschung von Experten zum nachhaltigen Schutz der Zwerglibelle und weiterer, vergleichbarer Arten gibt. Der BUND fordert daher von der zukünftigen Bundesregierung, dass das bürgerschaftliche Engagement und die universitären Angebote für mehr Natur‐ und Artenkenntnis im Rahmen einer bundesweiten Initiative gestärkt und ein nationales Zentrum für Artenschutz und Monitoring eingerichtet werden.

Vorkommen im Kreis Höxter:

Uns sind keine Nachweise bekannt. Die Art gilt in Nordrhein-Westfalen als ausgestorben.

Verbreitungsatlas

Die Libellen Nordrhein-Westfalens Arbeitskreis (AK) Libellen NRW

Ein Verbreitungsatlas der Libellen in NRW.

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BUNDpositionen 59

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