Warum Mähroboter für Igel eine Todesfalle sind

20. Februar 2026 | BUND, Lebensräume, Naturschutz

Mähroboter sind für Igel und andere Tiere im Garten lebensgefährlich.

Mähroboter sind eine tödliche Gefahr für Igel Mähroboter sind eine tödliche Gefahr für Igel  (Pierre-Rigou / pixabay.com / CC0)

Mähroboter sind für Igel und andere Tiere im Garten lebensgefährlich. Deswegen gilt in immer mehr Städten ein Nachtfahrverbot für Mähroboter. Wir erläutern, wo welche Verbote gelten und warum die Mähroboter nicht nur Igeln schaden.

Warum sind Mähroboter gefährlich für Igel? 

Igel sind Mährobotern hilflos ausgeliefert, denn Igel sind keine Fluchttiere. Bei Gefahr stellen sie zwar ihr Stachelkleid auf, doch das schützt sie nicht gegen die scharfen und schnell rotierenden Klingen der Mähroboter. Die Verletzungen sind oft tödlich für Igel. Igel gelten im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützt. Das heißt, sie dürfen weder gefangen, verletzt oder getötet werden.

Wann Mähroboter besonders gefährlich sind

Gesunde Igel sind nur in der Dämmerung oder Dunkelheit unterwegs. Die nachtaktiven Tiere sind dann auf der Suche nach Nahrung. Viele Gärtner*innen lassen ihre Mähroboter aber vor allem am späten Abend oder nachts laufen, wenn sie selbst den Garten nicht mehr nutzen. Das ist für Igel besonders gefährlich. Doch auch wenn Sie den Mähroboter ausschließlich bei Tageslicht fahren lassen, kann das für Igel tödlich sein. Kranke Igel oder Igel-Säuglinge ohne Igeleltern sind auch tagsüber unterwegs. Wie Sie kranke Igel erkennen und was Sie tun sollten, wenn Sie einen kranken Igel finden, lesen Sie hier

Nachtfahrverbot für Mähroboter: In diesen Städten gilt es

Um Igel zu schützen, verhängen immer mehr Kommunen und Landkreise ein Nachtfahrverbot für Mähroboter. Die Stadt Köln und die brandenburgische Gemeinde Nuthetal waren im Jahr 2024 Vorreiter in Sachen Verbot. Inzwischen gilt ein Nachtfahrverbot für Mähroboter unter anderem in Augsburg, Bayreuth, Chemnitz, Dortmund, Düsseldorf, Erfurt, Göttingen, Halle, Herne, Hildesheim, Landkreis Lüchow-Dannenberg, Leipzig, Mainz sowie in Teilen von München (die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit). Die Verbote gelten meist im Zeitraum ab 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang. In vielen anderen Kreisen und Städten in Deutschland gibt es Anträge für Mähroboter-Verbote.

Deutschlandweites Verbot: vernünftig und möglich

Der bayrischen Landtag stimmte Anfang 2026 gegen ein landesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter. In Niedersachsen kamen genügend Unterschriften zusammen, sodass sich der Petitionsausschuss Ende 2025 mit dem Thema beschäftigte. Auch in Schleswig-Holstein können sich Bürger*innen über eine Petition an den Landtag wenden.

Auch auf Bundesebene gibt es Initiativen: Das Bundesumweltministerium möchte den Igelschutz im neuen Tierschutzgesetz verankern. Bisher lehnt das Bundeslandwirtschaftsministerium diesen Vorschlag jedoch ab. Die Zuständigkeiten sind insgesamt unklar, sodass befürchtet werden muss, dass ein Flickenteppich an Regelungen entsteht - zum Nachteil der Bürger*innen, die klare Vorgaben benötigen.

Mähroboter schaden auch der Biodiversität

Doch Mähroboter sind nicht nur für Igel schädlich - auch Amphibien, Frösche und viele weitere Tierarten werden von den scharfen Klingen der Mähroboter regelrecht geschreddert. Sie mähen schlicht alles weg, was auf dem Rasen blüht - und vernichten damit Nahrungsangebot für Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und Insekten. Wenn es weniger Insekten gibt, haben auch Igel weniger Futter. Sie weichen dann auf Schnecken aus. Das Problem: Schnecken übertragen häufig Parasiten auf Igel, die davon krank werden oder sogar sterben können. Wer Igel schützen möchte, verzichtet deswegen besser ganz auf Mähroboter.

Garten für Igel gestalten: Die sechs wichtigsten Tipps

Sie möchten Igel in ihrem Garten Nahrung und Lebensraum bieten? Das sind die sechs wichtigsten Tipps:

  1. Pflanzen Sie einheimische Stauden und Gehölze. Die sind Lebensgrundlage für einheimische Insekten. Igel sind Insektenfresser und darauf angewiesen, dass es genug gibt.
  2. Verzichten Sie auf Pestizide und andere Chemikalien. Chemische "Pflanzenschutzmittel" und Schneckenkorn sind Gift für Igel. Fressen Igel Insekten, die damit in Berührung gekommen sind, können sie Schaden nehmen.
  3. Lassen Sie Laub, Äste und Gestrüpp unter Hecken oder in Haufen liegen. All das ist Material, mit dem Igel ihre Nester vor Kälte schützen. Während des Winterschlafs wickeln sie sich darin ein. Tagsüber suchen Igel auch in Hecken, Steinhaufen oder im Kompost nach Schutz.
  4. Schaffen Sie Durchgänge in die Nachbargärten. Igel durchstreifen auf der Suche nach Nahrung große Gebiete.
  5. Verzichten Sie auf Mähroboter und häufiges Mähen. Mähen Sie einzelne Ecken gar nicht. Nicht gemähte Wiesenstücke sind Rückzugsorte für Igel und Insekten.
  6. Entscheiden Sie sich für einen Kräuterrasen statt dem herkömmlichen Nutzrasen. Ein Kräuterrasen muss nicht gedüngt und gegossen werden, ist pflegeleichter, wird seltener gemäht und bietet Lebensraum und Nahrungsangebot für Insekten. Lesen Sie hier, wie Sie einen Kräuterrasen anlegen

Was Sie sonst noch für Igel tun können

Erzählen Sie Ihren Gartennachbar*innen, wie gefährlich Mähroboter für Igel sind. Wenn in Ihrer Kommune oder Stadt noch kein Nachtfahrverbot für Mähroboter gilt oder Sie es nicht wissen, fragen Sie nach ob ein solches gilt oder geplant ist. 

Redaktioneller Hinweis: Die Meldung wurde erstmals am 30.07.2025 veröffentlicht. Sie wurde zuletzt am 20.02.2026 aktualisiert. Das betrifft insbesondere die Einbindung aktueller politischer Entwicklungen. Die inhaltliche Aussage der Meldung bleibt davon unberührt. 

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