Teilnehmer*innen der Exkursion suchen mit Taschenlampen nach Amphibien
(B. Storkebaum)
Am Freitag, den 20.03.2026 starteten wir mit 16 Teilnehmer*innen, davon vier Kindern unsere diesjährige Exkursion im Naturschutzgebiet (NSG) Grundlose-Taubenborn zwischen Höxter und der Ortschaft Godelheim. Die Wetterlage war zu trocken und zu kalt (zu Beginn 8 Grad, später 4) für die Krötenwanderung, aber bei der VHS-Anmeldung der Veranstaltung ist im November eine Vorhersage nicht möglich. So konnten wir trockenen Fußes über die Wiesen zu den Blänken der Ausgleichsmaßnahmen im Dunkeln mit Taschenlampen gehen, was für die Kinder an sich schon ein Abenteuer bedeutet. In der ersten Blänke hatten wir mit der Molchreuse auch wirklich Glück, denn 19 Kammmolche holten wir heraus, Männchen mit wunderschönem Kamm und Weibchen mit dickem Hinterleib. Daneben fanden sich darin auch vier Teichmolche und ein Wasserkäfer sowie eine Köcherfliegenlarve. Die Kinder wechselten sich ab beim Herausholen der Tiere aus der Molchreuse. In unseren Weißschalen und Drosos konnten alle die Tiere ausgiebig betrachten, bis wir sie dann natürlich in das Gewässer zurückgaben. Der Holzgraben führte wesentlich weniger Wasser als in anderen Jahren. Weiter bei der gefassten Taubenborn-Quelle stellten wir fest, dass auch dort nur wenig Wasser im Becken war. Zwei Feuersalamander-Larven konnten gekeschert werden und nach dem Betrachten und Fotografieren wieder frei gelassen werden. Lebendige adulte Tiere bekamen wir leider nicht zu sehen trotz einiger Suche mit den Taschenlampen in den Mauerritzen. Diese Mauerritzen sind der Rückzugsort für die Feuersalamander und andere Tiere und sollten niemals verfüllt werden.
Nach längerem Fußmarsch auf dem Feldweg ohne Amphibiensichtungen erreichten wir eine der „Grundlosen“, wassergefüllte dolinenartige Senken, wo eine zweite Molchreuse ausgelegt war. Der Wind hatte sie ans flache Ufer getrieben, wo die Reuse auflag (sie sollte besser schwimmen). Hierin fanden wir in diesem Jahr keine Kammmolche aber vier Teichmolche und einen Bergmolch, mehrere Wasserkäfer sowie drei Köcherfliegenlarven und einige Zuckmückenlarven. Auf dem Rückweg dann als Krönung trafen wir noch auf ein einzelnes Erdkrötenmännchen, das vergeblich auf ein Weibchen wartete. So konnten die Teilnehmer*innen noch einige Details zur Krötenwanderung mitnehmen. Alle Autofahrer sollen auf von Kröten bewanderten Straßen in der Dämmerung und Dunkelheit besonders langsam fahren, denn auch beim Vorbeifahren mit 40 km/h können die sensibelsten Hautstellen der Erdkröten platzen. In den folgenden Wochen, wenn es wärmer und mal feuchter wird, werden die Kröten dann in Scharen unterwegs sein. Ein Spektakel, was nicht vom Terminkalender geplant wird.
Mehr Informationen: Einladung zur Amphibien-Exkursion am Taubenborn.
Eindrücke von der nächtlichen Amphibien-Exkursion