Kreisgruppe Höxter

Internationaler Tag des Luchses

11. Juni 2022 | BUND, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz, Wälder

BUND fordert mehr Hilfe für die Pinselohren - zu wenig Tiere für einen stabilen Bestand.

Luchse bei der Mittagsruhe  (Stefan Eschweiler / Pfotenstudio)

Anlässlich des heutigen internationalen Tags des Luchses fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mehr aktive Unterstützung für die bedrohten Pinselohren in Deutschland. Zwar streifen wieder Luchse durch den Bayerischen Wald, den Harz und den Pfälzerwald - ein großer Erfolg für den Artenschutz. Doch diese drei Vorkommen sind voneinander isoliert. Insgesamt gibt es nur rund 125 - 135 erwachsene Luchse in ganz Deutschland - viel zu wenig für einen stabilen Bestand. Inzucht und genetische Verarmung sind ein Problem, wie eine Studie unlängst feststellte.

"Die Luchse sind zurück in Deutschland. Doch sie brauchen dringend Hilfe, um sich in unserer zersiedelten Landschaft wieder ausbreiten zu können. Die voneinander isolierten Luchse müssen in Austausch gebracht werden", sagt Friederike Scholz, BUND-Wildtierexpertin. Luchse sind eher wenig wanderfreudig und reagieren empfindlich auf Landschaftszerschneidung durch Straßen. Ihre Ausbreitung stagniert seit Jahren. Viele Luchse werden überfahren, andere kommen durch Krankheiten um oder werden illegal getötet. 

"Weitere Auswilderungsprojekte sind dringend nötig, um die Luchse endlich miteinander zu vernetzen. Dafür braucht es offene Dialoge und Informationen, um die Bevölkerung einzubinden. Um besser wandern zu können, sind der Luchs und alle anderen Wildtiere auf vernetzte Lebensräume angewiesen. Wir brauchen viel mehr Querungshilfen an Straßen wie Grünbrücken und Unterführungen. Illegale Tötungen müssen konsequent verfolgt werden", so Scholz.

Eine Studie des BUND und der Universität Freiburg hat gezeigt, dass Mitteldeutschland und hier besonders der Thüringer Wald eine Schlüsselrolle bei der Vernetzung der Luchsvorkommen hat. Gäbe es im Thüringer Wald einen stabilen Luchsbestand, so könnte die Region quasi das Drehkreuz für die Luchse in Deutschland werden. Der BUND hat daher im Rahmen seines Vorhabens „Luchsland Deutschland“ in Thüringen und Sachsen neue Projekte angeschoben - zusätzlich zu den langjährigen Aktivitäten in Bayern und Hessen.

Mehr Informationen: Luchsland Deutschland - ein heimlicher Waldbewohner kehrt zurück.

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