Kreisgruppe Höxter

Heimische Wildblumen: Scharbockskraut

02. April 2021 | BUND, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Naturschutz, Wälder

Der Frühblüher mit den dottergelben Blüten ist bereits im März ein erster Farbtupfer.

Scharbockskraut am Fuß- und Radweg zwischen Zur Lüre und Corvey an der Schelpe in Höxter  (H.-D. Mitzka)

In diesem Jahr blüht das Scharbockskraut in Höxter nicht wie gewöhnlich erst Ende März, sondern fast zwei Wochen früher. Wer jetzt den Fuß- und Radweg zwischen Lüre und Corvey an der Schelpe entlang geht oder fährt, erkennt es an den leuchtend gelben Blüten, die den Boden überziehen. Die sind zwar klein, aber nicht zu übersehen. Nicht nur an Wegrändern, auch in Böschungen, in Parks, im Wald und generell an halbschattigen Standorten gedeiht dieses Wildkraut. Das Scharbockskraut ist - wie so viele erste Frühlingskräuter - ein Zeichen dafür, dass sich am Wegesrand langsam wieder etwas tut. Und seine hübschen gelben Blüten haben ein so sattes Gelb, dass es einfach gute Laune macht.

Das Scharbockskraut (Ficaria verna, Syn: Ranunculus ficaria) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Der deutsche Name leitet sich von Scharbock (Skorbut) ab, da seine Vitamin-C-haltigen Blätter gegen diese Mangelerscheinung eingenommen wurden. Heute hat es in der Heilkunde keine Bedeutung mehr.

Ficaria verna ist eine frühjahrsgrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 20 cm erreicht, ein Hemikryptophyt und eine Halbrosettenpflanze. Die einzeln stehenden, lang gestielten, goldgelben und sternförmigen Blüten mit einem Durchmesser von 1,5 bis 6 cm werden von Insekten bestäubt. Bereits im Mai/Juni zieht die Pflanze wieder ein, zu diesem Zeitpunkt sind die neuen Wurzelknollen fertig ausgebildet und die oberirdischen Pflanzenteile beginnen sich gelb zu verfärben und welken dann.

Der Schwerpunkt der Verbreitung des Scharbockskrautes liegt in Nord- und Mitteleuropa, es kommt aber auch in Kleinasien und in Nordafrika vor. Es gedeiht meist in feuchten Wiesen, Gebüschen, Hecken oder dichten Laubwäldern und an Laubwaldrändern. Dort bildet es zumeist die erste grüne Bodenschicht (Krautschicht), noch bevor die Bäume ihre Blätter entwickeln. Es ist eine Art der Klasse Querco-Fagetea, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Alliarion oder Arrhenatherion vor.

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