Flugzeit der Hummeln startet

01. März 2026 | BUND, Lebensräume, Naturschutz, Wildbienen

Ab Temperaturen von acht Grad fliegen Hummeln aus und sammeln Pollen und Nektar.

Hummeln gehören zu den Wildbienen Hummeln gehören zu den Wildbienen  (neelam279 / pixabay.com / CC0)

Hummeln gehören zu den Wildbienen. Durch ihr markantes Aussehen lassen sie sich auf den ersten Blick von anderen Wildbienen unterscheiden. Auch ihr Anflug ist oft von Weitem zu hören. Passend dazu ist der lateinische Name ihrer Gattung „Bombus“, was so viel wie "das Surren" bedeutet. In diesem Kontext ist es gar nicht mal so unpassend, dass einige Menschen Hummeln liebevoll als „Brummer“ bezeichnen.

Wie erkenne ich eine Hummel?

Hummeln haben einen rundlichen Körperbau, sind durchgehend „pelzig“ behaart und größer als die meisten anderen Wildbienenarten. Durch ihre Größe und ihr Gewicht sind sie oft geräuschvoller unterwegs.

Was unterscheidet Hummeln von Bienen?

Hummeln sind allein optisch durch ihren Pelz und ihre Größe meist gut von anderen Wildbienenarten und Honigbienen zu unterscheiden. Manche Hummelarten, wie zum Beispiel die Garten- und Ackerhummel, haben einen längeren Rüssel und kommen so auch an tiefliegenden Nektar heran, wie es bei vielen Schmetterlingsblütlern der Fall ist. Ähnlich wie die Honigbiene bilden Hummeln Staaten. Hummelvölker sind allerdings deutlich kleiner. Sie bestehen aus einer Hummelkönigin und etwa 50 bis 500 Arbeiterinnen und Drohnen, die gemeinsam für den Nachwuchs sorgen. Eine Ausnahme bilden die sogenannten „Kuckuckshummeln“ - eine Untergattung der Hummeln, die keine richtigen Völker bilden. Sie legen stattdessen ihre Eier in ein bestehendes Hummelnest und lassen diese vom dortigen Hummelvolk ausbrüten. Ein „Volk“ von Kuckuckshummeln besteht einzig und allein aus Drohnen (Männchen) und einer Hummelkönigin, ohne Arbeiterinnen.

Ähnlich sind sich Honigbiene und Hummel auch darin, dass beide aus dem gesammelten Nektar Reserven in Form von Honig produzieren. Hummeln legen diesen aber in kleinen Wachstöpfchen ein statt in Honigwaben. Außerdem produzieren Hummeln nur sehr wenig Honig. Dieser dient nämlich nicht als Wintervorrat für den gesamten Staat, sondern ist nur für die Hummelkönigin bestimmt, damit diese in Schlechtwetter-Phasen und vor ihrem Winterschlaf darauf zurückgreifen kann. Den Winter überleben nur die jungen Hummelköniginnen, die sich an geschützte Stellen verkriechen und im Frühjahr jeweils wieder einen Staat gründen.

Was ist das Besondere an Hummeln?

Hummeln sind sehr wichtige Bestäuber. Sie fliegen bereits ab Temperaturen von acht Grad Celsius aus, um Pollen und Nektar zu sammeln. Die meisten anderen Wildbienen und auch Honigbienen benötigen Temperaturen im zweistelligen Bereich. Außerdem bestäuben sie drei- bis fünfmal so viele Blüten wie Honigbienen in der selben Zeit. Denn dank ihrer Größe können Hummeln mehr Gewicht tragen und deshalb länger ausfliegen. Für bestimmte Pflanzen, darunter Tomaten, Auberginen und Blaubeeren, sind Hummeln besonders wichtig, da sie mit ihrer ganz besonderen Vibration die Blüten viel besser bestäuben können als andere Bienen. Übrigens: An dem weit verbreiteten Spruch „Hummeln können eigentlich nicht fliegen, sie wissen es nur nicht“ ist nichts dran. Er hält sich seit den 1930er Jahren hartnäckig. Angeblich berechneten damals Wissenschaftler*innen, dass das Verhältnis von Körper- zu Flügelgröße von Hummeln nicht den Gesetzen der Aerodynamik entspräche. Diese Gesetze beziehen sich allerdings auf Flugzeuge. Und die elastischen, beweglichen Flügel der Hummeln lassen sich natürlich nicht mit starren Tragflächen vergleichen. Mit der Hummel ist also alles richtig. Tatsächlich können Hummeln sogar sehr schnell fliegen - bis zu elf Kilometer in der Stunde!

Weltweit gibt es 250 Arten, 70 Arten in Europa. Bei uns in Deutschland gelten 41 Hummelarten als heimisch. Aber nur sieben Hummelarten können wir häufig in unseren Gärten und Parks beobachten.

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