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BUND fordert: Schluss mit der Pökelei!

31. Oktober 2021 | BUND, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Ressourcen & Technik, Umweltgifte

Umweltminister*innen müssen Salzeinleitungen in Werra und Weser reduzieren!

In Holzminden: BUND fordert "Schluss mit der Pökelei!"  (Tonja Mannstedt)

Unter dem Motto „Schluss mit der Pökelei“ machten die BUND-Landesverbände Niedersachsen, Hessen und Thüringen heute mit Bildaktionen entlang von Weser und Werra auf die Folgen der jahrzehntelangen Einleitung salzhaltiger Abwässer durch das Unternehmen K + S aufmerksam. In Holzminden wurde der BUND dabei vom Landesfischereiverband Niedersachsen e.V. unterstützt. Rund 80 BUND-Aktive und Fischer*innen wiesen hier an der Weserbrücke mit Bannern und Schildern auf die Versalzung der beiden Flüsse hin. Auch in Bad Karlshafen protestrierten BUND-Aktive gegen die Werra- und Weserversalzung. 

Weserschwimmer*innen, Fisch-Skelette und -Köpfe standen symbolisch für das Schicksal von Süßwasserfischen und anderen Bewohnern der beiden Flüsse, die seit Jahrzehnten unter der Versalzung leiden. Der BUND appelliert an die Umweltminister*innen von Niedersachsen, Hessen und Thüringen, sich für die konsequente Reduktion der Salzeinleitungen in Werra und Weser einzusetzen. Sie entscheiden Mitte November über den neuen Bewirtschaftungsplan Salz. Dieser legt die Grenzwerte für die Einleitung salzhaltiger Abwässer durch K + S in Werra und Weser für die Jahre 2022 bis 2027 fest.

„Wir brauchen lebendige Flüsse!“, erklärt Susanne Gerstner, Landesgeschäftsführerin des BUND Niedersachsen. „Die lebensfeindliche Salzbelastung von Werra und Weser muss endlich ein Ende haben. Schon jetzt sind die Ökosysteme der Flüsse nahezu vollständig zerstört. Fische in der Werra und der Oberweser zeigen massive Hautschäden und Krankheitsbilder. Für unsere Süßwasserfische und all die anderen Flussbewohner sind weitere Salzeinleitungen ein Todesurteil.“

„K + S muss sich endlich seiner Verantwortung stellen“, erklärt Torben Heese, 1. Vorsitzender des Landesfischereiverbandes Niedersachsen e.V.. „Seit Jahrzehnten entziehen sich die Betreiber*innen der Salzbergwerke und Salzhalden dem Verursacherprinzip und verzögern eine praktikable Lösung des Problems auf Kosten weiterer Einleitungen. Darunter leiden die Fische und die Fischerei. Wir haben genug von endlosen Gesprächsrunden und wahnwitzigen Projekten wie dem Pipelinebau bis ins Wattenmeer. K + S muss Verantwortung übernehmen - und zwar jetzt!“

Thomas Norgall, stellvertretender Landesgeschäftsführer des BUND Hessen: „Wir appellieren dringend an die Umweltminister*innen, sich unmissverständlich für die konsequente Reduktion der Salzeinleitungen in Werra und Weser einzusetzen, wie sie bereits 2016 beschlossen wurde. Auch wenn dies bedeutet, sich gegen die aktuellen Forderungen von K + S zu stellen, die Einleitungen weniger stark abzusenken.“ Das Bergbauunternehmen hatte in den letzten Monaten vor allem durch einen vierzigseitigen Änderungsantrag auf sich aufmerksam gemacht, in dem einige der beantragten Grenzwerte überraschend nach oben korrigiert wurden.

„Es kann nicht sein, dass trotz der sichtbaren Umweltschäden Grenzwerte sogar noch einmal gravierend nach oben angepasst werden. Inakzeptabel ist für uns, dass K + S immer noch deutlich höhere Salzmengen einleiten will, als rechtliche Vorgaben es erlauben“, kritisiert Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Nur mit sinkenden Salzfrachten kann ein guter ökologischer Zustand an Werra und Weser erreicht werden, wie ihn die europäische Wasserrahmenrichtlinie bis zum Jahr 2027 vorschreibt.“

Die BUND-Landesverbände machten bei ihren Aktionen auf ihren Online-Appell an die Umweltminister*innen von Niedersachsen, Hessen und Thüringen aufmerksam, der unter www.bund-niedersachsen.de/schluss-mit-der-poekelei unterzeichnet werden kann.

Gemeinsame Pressemitteilung der BUND-Landesverbände Niedersachsen, Hessen und Thüringen.

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