"Naturerbewald" in der Egge
(BUND NRW)
Die Bezirkskonferenz Naturschutz OWL als Plattform des regionalen Naturschutzes begrüßt die Pläne der Landesregierung NRW außerordentlich einen Teil des 5000ha-Wildnisprogramms auch im OWL-Staatsforst umzusetzen. Nach der Biodiversitäts- Strategie des Bundes hätte NRW bereits deutlich mehr Flächen aus der Nutzung nehmen müssen, denn von den 2% der Landesfläche ist bislang nur ein Zehntel verwirklicht worden. „Deshalb kann dies nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung sein, es ist noch ein langer Weg zu gehen,“ meint dazu Sprecher Karsten Otte. Wildnisentwicklungsgebiete sind Teil des „Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz“ der Bundesregierung, das hier durch Maßnahmen der Landesregierung unterstützt wird.
„Wir brauchen mehr Gebiete, in denen Natur Natur sein kann, Bäume ihr natürliches Alter erreichen und einer Vielzahl von spezialisierten Lebewesen auch in ihrem Nachleben noch einen Lebensraum geben“, meint dazu Brigitte Scheuer, stellv. Sprecherin der Bezirkskonferenz Naturschutz OWL. Zudem wird in solchen Wäldern viel mehr Kohlenstoff gespeichert als in Wirtschaftswäldern mit ihren kurzlebigen Nutzholzplantagen - eine Maßnahme gegen die Klimaerwärmung.
Unverständnis erregt aufgekommener Protest gegen die geplanten Wildnisentwicklungsflächen in Teilen der Egge. „Der Staatswald in der Egge ist das Eigentum des Landes NRW, damit seiner 18 Millionen Bürger und nicht der Spielball einiger Anwohner, einige davon möglicherweise auch mit wirtschaftlichen Eigeninteressen im öffentlichen Wald,“ ist Karsten Ottes Meinung. „Wo bleibt da der Respekt vor dem Eigentum?“ Die Landesregierung NRW setzt mit den neuen Wildnisentwicklungsgebieten keine neuen Naturschutzverfahren in Gang, sondern verändert lediglich im Rahmen ihres Eigentums den Hiebssatz auf einigen Teilflächen ihres Waldbesitzes auf Null, während im Großteil des Staatswaldes weiterhin Holz eingeschlagen wird. Das ist ihr gutes Recht als Waldbesitzerin treuhänderisch für uns alle, diese Flächen aus der Nutzung zu nehmen, und dient der Förderung von fast ausgestorbenen Waldökosystemen, der Wasserhaltefunktion des Waldes und dem Klimaschutz.
Bisher ohne sichtbares Ergebnis ist nach Auffassung der Bezirkskonferenz Naturschutz das kommunale Engagement für mehr Naturschutz im Wald verlaufen. Von dem vorgeschlagenen „Naturpark plus“ fehle bislang jegliche inhaltliche Ausgestaltung, trotz aller Kooperationsangebote des ehrenamtlichen Naturschutzes. „Um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, hier eine Nebelkerze gezündet zu haben, sind die Kreise und Gemeinden aufgefordert, die Pläne der Landesregierung für neue Wildnisentwicklungsgebiete in der Egge ebenfalls zu unterstützen. Denn was passt besser in das Konzept eines „Naturpark plus“? “ ist sich Otte sicher.
Pressemitteilung: Bezirkskonferenz Naturschutz OWL vom 30.08.2026.